Jahresabschlusskonzert 2012

Piraten, Seefahrer und Matrosen hielten Einzug beim diesjährigen Jahresabschlusskonzert des Musikvereins Nordendorf. Denn unter dem Motto „Auf hoher See“ präsentierten die Musiker unter der Leitung von Andreas Thon ein abwechslungsreiches Programm. Das Publikum wurde von den Klarinettistinnen Julia Lohmüller, Julia Kunz, Isabell Meitinger und Lisa Wiedenmann durch das Programm geführt. Unterstützt wurden sie dabei von den drei Piraten Rebecca, Ronja und Thomas Widmann.

Mit dem Konzertmarsch „Kameraden auf See“ von Robert Küssel eröffneten die Musiker das Konzert. Wie es sich für einen Matrosenchor gehört, sang die Kapelle dabei den Refrain nach dem Text von Götz Stoffregen.

Das nächste Stück forderte der Kapelle bei den Proben starke Nerven ab, doch beim Auftritt erlitten die Musiker keinen Schiffbruch. Der Kriegsfilm „Das Boot“ schildert die Erlebnisse der Besatzung eines deutschen U-Boots während des Zweiten Weltkriegs. Klaus Doldinger schrieb hierzu die eingängige und ausdrucksstarke Filmmusik. Das Stück beginnt mit dem Herannahen und Auftauchen des U-Bootes. Besondere Effekte wie Maschinengeräusche und das Echolot werden vom Synthesizer, gespielt von Kurt Spicker, übernommen. Man spürt die beklemmende Stimmung an Bord. Beim Appell ertönt eine fanfarenartige polyphone Melodie. Die Einwürfe der Trompeten und Posaunen im Teil „U 96 im Angriff“ sollen Schüsse der feindlichen U-Boote darstellen. Beim Auslaufen wird die Erkennungsmelodie noch einmal in einer ruhigen Weise aufgegriffen. Mit der melancholischen Erinnerung und der Heimkehr endet das Stück.  

Von Angriffen, wenn auch aus einer früheren Zeit, erzählt auch „Kap Arkona“ von Alfred Bösendorfer. Er nimmt uns mit auf eine Reise an das Kap auf der Insel Rügen, an dessen berühmten Kreidefelsen der berüchtigtste Pirat der Ostsee, Klaus Störtebecker, sein Unwesen trieb. Im Allegro vivo wird das wilde Piratendasein beschrieben, wohingegen am Anfang das würdevolle Dahingleiten eines Segelbootes geschildert wird.

Die Abenteuer des Robinson Crusoe hat Bert Appermont vertont. Zunächst wird dessen heldenhaftes Leben als Seefahrer dargestellt, bis sein Schiff in einem Sturm sinkt und er sich als einziger Überlebender auf eine Insel retten kann. Der Sturm wird musikalisch durch schneller und wieder langsamer werdende Rhythmen sowie durch crescendo und decrescendo versinnbildlicht. Nach einem aufregenden Zusammentreffen mit Kannibalen wird Robinson gerettet und kehrt in einem Grandioso nach Hause zurück.

Bei einer Reise über die Weltmeere dürfen natürlich auch Kreuzfahrtschiffe nicht fehlen. Deshalb spielte der Musikverein die Titelmelodie des beliebtesten deutschen Fernsehschiffs, dem „Traumschiff“, das seit 1981 auf dem ZDF läuft. Thomas Asanger war wohl von der Größe der „Freedom of the Seas“ beeindruckt, als er das gleichnamige Stück über das zweitgrößte Passagierschiff der Welt komponierte. Diese Faszination und der Traum nach einer Karibikkreuzfahrt spricht aus diesem Stück.

Mit „What shall we do with the drunken sailors“ „My bonnie is over the ocean“, „La paloma“ und „Sailors hornpipe“ sind die bekanntesten Seemannslieder in dem Werk „Ahoy!“ von R. Beck zusammengefasst. Bei den eingängigen Melodien möchte man am liebsten mitschunkeln.

Als Julia Lohmüller zur Einstimmung auf das folgende Musikstück „Leuchtturm“ von Nena anstimmte, wurde es ganz ruhig im Saal. Die Welthits von Nena wurden von Peter Kleine Schaars zu einem mitreißenden Medley verarbeitet. „99 Luftballons“, „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“, „Leuchtturm“ und „Nur geträumt“ waren Hits der Neuen Deutschen Welle, die unvergessen sind und bis heute zum mitsingen animieren.

Der Film „1492 – Die Entdeckung des Paradies“ handelt von der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Zum original Soundtrack „Conquest of Paradise“ zog der Boxer Henry Maschke einst bei der Weltmeisterschaft 1994 in den Ring ein. Der Musikverein Nordendorf dagegen wählte das Stück als Abschluss für ein rundum gelungenes Konzert.

Als Zugabe spielten die Musiker „Sailing“ von Gavin Sutherland. Vor dem Stück waren an die Zuhörer Knicklichter verteilt worden, die diese nun im Takt der Musik schwenkten und so eine ganz besonders stimmungsvolle Atmosphäre schufen.

Beim Konzert wurden Lisa Wiedenmann und Philipp Schmid für 10-jährige sowie Anne Wiedenmann für 15-jährige Vereinsmitgliedschaft vom ersten Vorstand Stefanie Fuchsberger und Karlheinz Banik als Vertreter des ASM Bezirk 15 geehrt. Weiterhin bedankte sich Stefanie Fuchsberger bei den im März ausgeschiedenen Vorstandschaftsmitgliedern für ihr Engagement im Verein. Sybille Bürger war seit 2009, Anja Ehleiter seit 2000 und Roland Helget seit 1994 in der Vorstandschaft tätig gewesen. Ein ganz besonderer Dank galt dem Ehrendirigenten Eduard Reinbold, der nach 39 Jahren Vorstandschaftstätigkeit ausschied. Herr Reinbold war maßgeblich an der Gründung des Musikvereins beteiligt und von Beginn an seit 1973 in der Vorstandschaft tätig. Stefanie Fuchsberger betonte, dass es ohne Herrn Reinbold den Musikverein Nordendorf in dieser Form nicht geben würde. Als kleines Zeichen der Anerkennung erhielt Herr Reinbold eine Schatztruhe gefüllt mit verschiedenen Köstlichkeiten.

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