Happy X-Mas

Winterlandschaften, Märchen und Weihnachtsklassiker in musikalischer Form präsentierte der Musikverein Nordendorf bei seinem Konzert am zweiten Weihnachtsfeiertag. Unter dem Motto „Happy X-Mas“ ließen sich die Musiker unter der Leitung von Andreas Thon ein buntes Programm rund um das Thema Weihnachten und Winter einfallen. Sabrina Schmid und Julia Kunz führten abwechslungsreich durch das Programm.

Das Konzert eröffneten die Jüngsten des Musikvereins Nordendorf, die Flötengruppe unter der Leitung von Anja Ehleiter. Die Erstklässlerinnen erlernen zwar erst seit Beginn dieses Schuljahres die Blockflöte, doch trugen sie ganz souverän vor dem großen Publikum ihr Stück vor. Die Schülerinnen und Schüler der Bläserklasse gehen in die dritte und vierte Klasse und lernen bereits ein Blasinstrument. In der vom Musikverein Nordendorf im Herbst dieses Jahres ins Leben gerufenen Bläserklasse unter der Leitung von Walter Möckl lernen die Kinder von Anfang an das Spielen in der Gruppe. Die ersten Erfolge konnten sich hören lassen. So trug die Bläserklasse bereits drei Stücke gemeinsam vor. Auch drei Solisten trauten sich den Auftritt vor dem Publikum zu und spielten „Kling Glöckchen“ sowie „Tragt in die Welt nun ein Licht“.

Dass hinter Weihnachtsliedern oft mehr Botschaften stecken als bloße Weihnachtsgrüße zeigt das Stück „Happy XMas (War is over)“ von John Lennon und Yoko Ono, das auf der Anti-Kriegs-Kampagne des Paares gegen den Vietnamkrieg basiert. In „A most wonderful Christmas“ verarbeitete Robert Sheldon amerikanische Weihnachtssongs wie „Winter Wonderland“ und „Santa Claus is coming to town“ zu einem kurzweiligen Medley.

Aber das Publikum bekam nicht nur Weihnachtsklassiker zu hören. Insbesondere in früheren Tagen waren die langen Wintertage die Zeit des Märchen- und Geschichtenerzählens. Der Musikverein Nordendorf konnte Thomas Hohler als Märchenonkel gewinnen. Während dieser dem Publikum das Märchen von Rapunzel vorlas, intonierten die Musiker dazu passend das viersätzige Stück von Bert Appermont. Das Publikum konnte so anhand der stimmungsvollen Musik nachvollziehen, wie die böse Hexe dem verängstigten Mann in ihrem Garten das Versprechen abnahm, ihr sein Kind zu überlassen und wie die im Turm eingesperrte Rapunzel einsam ihr trauriges Lied singt. Eines Tages entdeckt ein junger Prinz die schöne Rapunzel. Er verliebt sich unsterblich in das Mädchen und Rapunzel willigt ein, ihn zu heiraten. Doch als die Hexe davon erfährt, ruft dies ihren Zorn hervor. Das Orchester steigert sich hier zu einem dramatischen Fortissimo und die Hexe vertreibt den jungen Prinzen. Da aber Märchen meist ein glückliches Ende haben, läuten zuletzt die Hochzeitsglocken.

Ein weiteres Märchen, das für viele genauso wie Plätzchen zur Vorweihnachtszeit gehört, ist „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Die federleicht klingende Melodie von Karel Svoboda aus dem gleichnamigen Film lädt dazu ein, tanzend und träumend über das Parkett zu schweben.

Majestätische Berge, Langläufer in den frühen Morgenstunden und Schneeflocken, die langsam vom Himmel gleiten. So stellte sich der Komponist Kees Vlak in seiner Overtüre „Winterland“ den Beginn eines Tages in den verschneiten Bergen vor. Dann erfolgt ein Perspektivwechsel. Eine schnelle Melodie im alla breve Takt zeigt das Gewimmel auf den Pisten, auf denen Schifahrer die Hänge hinab rasen. Am Abend werden dann wieder die imposanten Berggipfel mit einem Abschluss im grandioso dargestellt.

Mit nach Hause nehmen durfte das Publikum den ein oder anderen Ohrwurm wie „Feliz Navidad“, „Aber Heidschi Bumbeidschi“ oder „White Christmas“.

 

Im Rahmen des Konzertes wurden Ehrungen von der ersten Vorsitzenden Stefanie Fuchsberger und Karlheinz Banik, als Vertreter des ASM Bezirk 15, vorgenommen. Robert Schmid wurde für 10-jährige Vereinsmitgliedschaft, Dominik Bader für 15-jährige Mitgliedschaft im Allgäu-Schwäbischen-Musikbund geehrt. Besondere Ehre gebührt auch Andreas Thon, der nunmehr seit 30 Jahren den Dirigentenstab beim Musikverein Nordendorf fest in den Händen hält.

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