Kirchenkonzert zum Ausklang der Osterfeiertage

Am Ostermontag veranstaltete der Musikverein Nordendorf e.V. sein Kirchenkonzert unter der Leitung von Andreas Thon. Die Musikanten bereiteten ihren Zuhörern mit klassischen religiösen Melodien, Gospels und Balladen einen gelungenen Abschluss der Ostertage.

Mit den starken, kräftigen Tönen einer feierlichen Fanfare eröffnete der Musikverein Nordendorf sein Osterkonzert. Was viele nicht wissen, die Melodie, die heute als Eurovisions- Melodie aus dem Fernsehen bekannt ist, ist das Hauptthema aus dem „Präludium“ des Te Deum des französischen Komponisten Marc- Antoine Charpentier. Nach dieser fulminanten Eröffnung hieß Diakon Michael Ey die Gäste in der Christkönigskirche herzlich Willkommen und wünschte einen schönen Ausklang der Osterfeiertage.

Seit je her sind Ostergesänge fester Bestandteil der Ostergottesdienste der Kirche. In dem Stück „Fantasia di Pasqua“ verwendet der Komponist Michael Bilkes traditionelle Osterlieder wie „Jesus lebt mit ihm auch ich“, „Christ lag in Todesbanden“ und „Erschienen ist der herrlich Tag“ und arrangiert diese als Blechbläserquartett mit Orchesterbegleitung. Sebastian Thon (Tenorhorn), Manuela Kaiser (Posaune), Dominik Bader (Trompete) und Stefanie Walkmann (Trompete) umspielten als Blechbläserquartett das Orchester. Das im Stil der Renaissance anmutende Stück vereint verschiedene Stimmungslagen von Trauer über den Tod Jesu Christi bis zur erlösenden Freude über dessen Auferstehung. Diese Stimmungslagen werden durch den Einsatz unterschiedlicher Tonarten und Tempi versinnbildlicht.

Ein zentrales Thema der österlichen Liturgie ist der Kreuzweg. Einen Höhepunkt des Konzertes bildete daher das Werk „Crown of Thorns“ von Julie Giroux. In diesem Werk wird der Leidensweg Jesu lautmalerisch beeindruckend dargestellt. So konnte das Publikum die verschiedenen Stationen vom letzten Abendmahl, über den Verrat des Judas, die Entführung durch die römischen Soldaten, die Verurteilung durch Pontius Pilatus, die Dornenkrone, die Prozession zum Kreuz bis hin zur Auferstehung miterleben und sogar die Schläge ans Kreuz vernehmen.

Bei Give us peace – Dona nobis pacem von Ted Huggens wird der bekannte Kanon raffiniert mit einem als Echo arrangierten Trompetensolo, gespielt von Angelika Ledermann und Dominik Bader, ausgestaltet.

Die afro-amerikanische Kirche hat einen ganz eigenen Stil der Kirchenmusik. Dazu gehört insbesondere die Gattung der Spirituals. Spirituals sind geistliche Lieder, die im Zeitalter der Sklaverei in Amerika entstanden sind. Die unterdrückten Menschen brachten dadurch ihre Glaubenshoffnung zum Ausdruck. Der Komponist Luigi di Ghisallo hat in „Bye Bye Spiritual“ einige der bekanntesten ineinander verwoben: “Bye and Bye” erzählt von der Fronarbeit am Tage und besingt das Wiedersehen in glücklicheren Zeiten – im Himmel. Das weltbekannte “Amazing Grace”, Solo Dominik Bader an der Trompete, ist ein Lied zu Ehren der heiligen Maria, der Mutter Gottes, die im Himmel auf die Menschen wartet. Die überschäumende Freude beim Aufbruch in ein besseres Jenseits spiegelt das Spiritual “O Happy Day” wider. Ganz in der Tradition der schwarzen Kirchen endet die Fantasie mit einem swingenden „Amen“.

Damit endete ebenso beschwingt ein gelungenes Kirchenkonzert des Musikvereins Nordendorf.

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