Schaurig schöne Melodien zum Jahresabschluss

Wenn die Uhr 12-mal schlägt erwachen die Geister und andere Wesen der Unterwelt zur „Geisterstunde“. Der Musikverein Nordendorf unter der Leitung von Andreas Thon präsentierte bei seinem Jahresabschlusskonzert passend zu diesem Motto Musik mit Gruselfaktor.

Die erste Gänsehaut und ein leichter Schauer überfiel die Besucher des Konzerts bereits beim Betreten des Festsaals. Spinnenweben, Fledermäuse und Geister tummelten sich überall im Saal. Aber nicht nur die Dekoration wurde dem Thema entsprechend angepasst. Auch die Musiker hatten erstmals ihre traditionelle Tracht eingetauscht gegen schwarze Kleidung und verschmolzen so mit dem Bühnenbild, das ganz in schwarz und rot getaucht war. Das stimmungsvolle Licht, bedient durch Rainer Schmid, zauberte eine ganz besonders schaurige Atmosphäre.

Der Musikverein Nordendorf unter der Leitung von Andreas Thon

Der Musikverein Nordendorf unter der Leitung von Andreas Thon – Bild Matthias Wiedenmann

Mit sehr viel Engagement eröffneten die Kleinen des Musikvereins Nordendorf das Konzert. Vor großem Publikum zeigten zunächst die Flötenkinder, unter der Leitung von Anja Ehleiter, was sie bereits gelernt haben. Die Kinder des ersten Flötenjahres lernen erst seit Beginn dieses Schuljahres die Blockflöte, meisterten aber ihren ersten großen Auftritt mit Bravour. Die Mädchen des zweiten Flötenjahres spielten bereits ein zweistimmiges Stück, was einen erhöhten Schweregrad darstellt.

Bereits richtige Routiniers sind die Schülerinnen und Schüler der Bläserklasse des Musikvereins Nordendorf. Diese gehen in die dritte und vierte Klasse und lernen schon ein Blasinstrument. In der Bläserklasse unter der Leitung von Walter Möckl lernen die Kinder von Anfang an das Spielen in der Gruppe. Die Erfolge konnten sich hören lassen. So trug die Bläserklasse bereits drei Stücke gemeinsam vor.

Voller Körpereinsatz war bei „A little suite of horror“ von Thomas Doss gefragt. In den fünf Sätzen (Freitag der 13., Mitternachtsszene, Wurdalak, Vodoo, Halloween Party Marsch) tragen nicht nur die Instrumente zu einer gelungenen Komposition bei. Schreie, Schritte, Glockenschläge und Käuzchenrufe vervollständigen das unheimliche Bild.

Steven Reineke ließ sich durch das Buch von Ulrike Schweikert „Die Hexe und die Heilige“ zur gleichnamigen Komposition inspirieren. Die Geschichte erzählt von einem dunklen Kapitel des Mittelalters: den Hexenverfolgungen. Sakrale klösterliche Klänge mischen sich mit mystischen mittelalterlichen Klangfarben.

Von einem Phantom entführt zu werden dürfte für die meisten eine gruselige Vorstellung sein. So passte auch ein Medley der Melodien aus „Das Phantom der Oper“ zum Thema des Konzerts.

Vampire dürfen bei einer Geisterstunde unter keinen Umständen fehlen. So spielten die Musiker „Highlights des Musicals Tanz der Vampire“ im Arrangement von Wolfgang Wössner. Bekannte Melodien wie „Ewigkeit“, „Totale Finsternis“ und „Der Tanz der Vampire“ begeisterten das Publikum.

Zum Abschluss des Konzertes wurde es noch einmal richtig fetzig. Das absurd verrückte Musical „Rocky Horror Picture Show“ von Richard O´Brien glänzt nicht nur durch bizarre Charaktere, sondern auch durch einige Ohrwurm-Hits. Das Saxophonregister, allen voran Stefanie Kraus, zeigte bei „Hot Patootie“ die rockige Seite des Saxophones. Den „Time Warp“ hätte das Publikum dann am liebsten selbst mitgetanzt.

Mit der Zugabe „Ghostbusters“ verabschiedete sich der Musikverein Nordendorf von seinen Zuhörern.

Im Rahmen des Konzertes wurden auch Ehrungen von der ersten Vorsitzenden Stefanie Fuchsberger und den Vertretern des ASM Bezirk 15, Karlheinz Banik und Manfred Wagner, vorgenommen. Floriane Liepert wurde für das Bestehen der D1- Bläserprüfung, Alexandra Birthelmer für 10-jährige Mitgliedschaft im Verein geehrt.

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